Das Périgord: Trüffel und GeschichteKarte an/aus

Frankreich bietet eine große Vielfalt an unterschiedlichen Landschaften und historischen Regionen. Eine der interesantesten, aber eher wenig besuchten, historischen Provinzen ist das Périgord. Das Périgord heißt eigentlich offiziell Dordogne, benannt nach dem größten Fluss, von dem es durchzogen wird. Besonders für die Urlauber der südwestlichen Atlantikküste bietet sich ein Ausflug in diese Region östlich von Bordeaux an.
Der Autor Martin Walker hat seiner Wahlheimat ein literarisches Denkmal gesetzt: Seine erfolgreichen Kriminalromane rund um den Dorfpolizisten 'Bruno' spielen in der Region und behandeln neben den Kriminalfällen die reichhaltige Historie und kulinarischen Besonderheiten des Périgord. In Städten wie Périgueux und Sarlat-la-Canéda sind noch heute prachtvoll verzierte Bürgerhäuser zu bestaunen. Der Neubau vieler Schlösser und Landsitze fällt in die Zeit der Renaissance, so dass das Périgord heute auch unter dem Beinamen 'Land der 1000 Schlösser' bekannt ist. Zu Zeiten der Reformation wurde die Region von den Religionskonflikten zerrissen, was bis heute Spuren hinterlassen hat. Wegen Landflucht und Abwanderung leben heute im Département Dordogne weniger Menschen als im Jahr 1800. Doch besonders für diejnigen, die die kulinarischen Genüsse lieben, ist es die schönste Provinz des Landes. Da eine Tour durch das Périgord zwingend zu einer kulinarischen Genusstour wird, ist es keine schlechte Idee die Strecken mit dem Rad zurückzulegen. Das rote Périgord rund um Périgeux im Südwesten ist nach dem Weinbau benannt, das schwarze, rund um Sarlat nach seinen dunklen Steineichenwäldern und den Trüffeln. Spezialitäten wie die Gänse- oder Entenstopfleber und die schwarzen Trüffel sind bei Feinschmeckern international bekannt. Auch der Wein aus der Region Bergerac steht in seinem Qualitätsanspruch den großen Weinen aus dem benachbarten Bordeaux um nichts nach. Das Klima ist mild genug, so dass auf den fruchtbaren Böden neben Wein auch Walnüsse, Tabak, Sonnenblumen und Mais wachsen.

Périgueux
Périgueux ist mit 20000 Einwohnern der Hauptort und gleichzeitig das kulinarische Zentrum der schwarzen Trüffel und Gänseleber. Eine besondere Spezialität ist die Stopfente Mulard. Relikte aus römischer Zeit sind der Vesunna-Turm und Überreste einer Villa in der Nähe des Vesunna-Museums. Da im Mittelalter stehende Heere noch unüblich waren, wurden Klöster und Stifte, aber auch die Bourgeoisie verpflichtet, durchziehende Soldaten zu beherbergen. Daran erinnert noch heute die Rue de l Aubergerie, in denen einige stolze Bürgerhäuser aus dem 13. bis 15. Jahrhundert erhalten sind. Sehenswert ist auch die Kathedrale Saint-Front. Sie ist die größte Kuppelkirche Frankreichs und Weltkulturerbe der UNESCO.

Monpazier
Von den regelmäßigen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich im Mittelalter zeugen die vielen Bastiden, wie zum Beispiel das hübsche Monpazier. Bastiden sind üblicherweise als Rechteck mit streng rechtwinkelig verlaufenden Straßenzügen um einen zentralen Platz herum angelegt. Das ursprüngliche Stadtbild von Monpazier hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert. Die Häuser um den zentralen Platz sind durch Untergeschosse mit Arkaden untereinander verbunden. Reizvoll ist auch die aus Kastanienstämmen gezimmerte Markthalle aus dem 16. Jahrhundert. Wie bei den Bastiden üblich, steht die Kirche ganz in der Nähe, an der Nordostecke des Platzes. Sie stammt noch aus der Zeit der Stadtgründung, wurde jedoch schon mehrmals beschädigt, erneuert und umgebaut. Die Gemeinde liegt im Süden des Périgord, etwa 45 km von Bergerac entfernt. Monpazier wird vom Fluss Dropt, einem rechten Nebenfluss der Garonne, durchquert.

Sarlat
Sarlat liegt im Herzen des Périgord Noir, nur wenige Kilometer vom Dordogne-Tal gelegen. In der Nähe liegen Vitrac und Beynac, die auch als schönste Dörfer Frankreichs klassifiziert werden. Die Abtei, um die herum sich der Ort Sarlat entwickelte, wurde vermutlich zwischen 820 und 840 von Herzog Pippin von Aquitanien gegründet. Sarlat wurde 1317 Bischofssitz: Aus dieser Zeit stammt die Kathedrale Saint-Sacerdos. Als die französische Regierung 1962 unverhofft ein Denkmalpflege-Gesetz verabschiedete, das speziell auf die Restauration historischer Altstadtkerne ausgerichtet war, blühte Sarlat auf. Die Restauration dauerte von 1964 bis 1974 und erfasste nicht nur die historischen Gebäude, sondern den gesamten Altstadtbezirk von Sarlat. Seither stieg der Tourismus sprunghaft an und macht Sarlat heute zu einem Muss für jeden Besucher des Périgord.

Kajak und Kanu auf der Dordogne
Die Dordogne ist ein sehr sauberer, unberührter Fluß, Angeln ist ein beliebter Sport. Kajakfahrten auf der Dordogne sind ein unvergessliches Erlebnis. Es sind 20 bis 60-km Touren möglich, die Boote werden an der Endstation abgegeben und es erfolgt ein Rücktransfer zum Start. Aber Achtung: Im Juli und August sind nicht nur besonders viele Touristen unterwegs, der Fluss hat auch einen vergleichsweise niedrigen Pegel. Ein gesunder Vorrat Essensvorräte, Getränke, Geschirr und je nach Tour Zelte, Schlafsäcke, Sonnenbrillen und Sonnencreme sollten immer dabei sein. Es gibt zahlreiche Anbieter, von denen viele Kajak- und Kanutouren mit Besichtigungen und Wanderungen Kombinieren. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, sollte für einen Kanu- oder Kajakurlaub auf der Dordogne ungefähr 7 Tage einplanen, wobei eine Tagesstrecke von maximal 20 Kilometern pro Tag empfohlen wird. Die unzähligen Zeltplätze und größere Inseln auf der Dordogne laden dazu ein, es sich abends nach einem anstrengenden Paddeltrip vor dem Lagerfeuer gemütlich zu machen.
Der beste Startpunkt für alle Kanuten liegt kurz hinter Argentat beim Zeltplatz Europe. Da das Wehr bei Beaulieu-sur-Dordogne nicht direkt durchfahren werden kann, sollte man kurz zuvor in den linken Seitenarm abbiegen (Wildwasserstufen I-II). Man trifft vor allem auf dem kurzen Abschnitt zwischen Vitrac und Beynac mit seinen steil emporragenden Kalkfelswänden auf Schlösser, Burgen und mittelalterliche Gemeinden. Beliebte Sehenswürdigkeiten sind zum Beispiel das Château Montfortimkoor lat='44.838131' lon='1.249152'> bei Vitrac, die direkt vor einer Felssteilwand am Flussufer gelegenen Gemeinde, sowie die meistbesuchte Burg Südwestfrankreichs, das Château de Castelnaud. Obwohl die Dordogne theoretisch auch noch bis kurz vor Libourne befahren werden kann, ist dieser Abschnitt aufgrund einer sehr schwachen Strömung, unpassierbarer Wehre sowie häufiger Ansammlungen von Wasserpflanzen und Algen weniger empfehlenswert.

Bildquelle: Lloydfloyd auf Wikimedia


Hinweis: Der Text wurde mit Hilfe der Software zur Textgenerierung Semtoo automatisch erstellt.


 

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